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GEAK Plus und Stockwerkeigentum: Was ein PPE-Dossier zeigt

Bei Stockwerkeigentum (PPE) werden grosse Instandhaltungs- oder Sanierungsentscheide — Dach, Isolation, Solaranlage — an der Eigentümerversammlung beschlossen. Das Problem ist fast nie der fehlende Wille, es richtig zu machen: Es ist der Mangel an objektiven Informationen im Moment der Abstimmung.

Was ist der GEAK Plus?

Der GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone, auf Französisch CECB) ist ein standardisiertes Dokument, das die energetische Qualität eines Gebäudes auf einer Skala von A bis G bewertet, mit denselben Kriterien in der ganzen Schweiz.

Der GEAK Plus geht weiter: Zusätzlich zum Energie-Label liefert er einen detaillierten Beratungsbericht mit konkreten Verbesserungs- massnahmen, einer Kostenschätzung und möglichen Förderhinweisen. Er gilt allgemein als geeignete Grundlage für die Planung einer vollständigen oder etappierten Sanierung.

GEAK in Kürze — praktische Informationen

Wer zum ersten Mal mit dem GEAK zu tun hat, stellt sich oft dieselben Fragen. Hier die wichtigsten Antworten:

Was ist der GEAK genau?
Ein standardisierter Energieausweis für Gebäude, der in der ganzen Schweiz nach denselben Kriterien erstellt wird. Auf Französisch heisst er CECB (Certificat énergétique cantonal des bâtiments) — es ist dasselbe Dokument.
Wer erstellt ihn?
Nur zertifizierte Fachpersonen (CECB-zertifiziert). Die offizielle Liste finden Sie unter cecb.ch.
Was enthält er?
Eine Energieklasse von A bis G, eine Beurteilung von Gebäudehülle, Heizung, Warmwasser und Beleuchtung — sowie beim GEAK Plus einen Beratungsbericht mit konkreten Massnahmen.
Wie lange ist er gültig?
In der Regel zehn Jahre.
Was kostet er?
Ein einfacher GEAK kostet in der Regel rund 450–800 CHF. Ein GEAK Plus kostet rund 1'400–2'400 CHF für ein Einfamilienhaus, bei einem Mehrfamilienhaus mehr (zum Beispiel 2'500–3'200 CHF), je nach Kanton und Fachperson (Grössenordnungen 2020–2023). Förderbeiträge können die Kosten senken.

Warum das eine PPE besonders betrifft

Einige Kantone verlangen bereits einen GEAK beim Verkauf einer Liegenschaft oder beim Ersatz einer Heizungsanlage. Über die gesetzliche Pflicht hinaus ist der GEAK Plus aber vor allem ein Entscheidungsinstrument: Er ermöglicht einer Versammlung, mehrere Sanierungsszenarien objektiv zu vergleichen, statt aufgrund von Eindrücken oder einzelnen Offerten zu entscheiden.

Das Prinzip des PPE-Dossiers

Ein PPE-Dossier vereint in einem einzigen Dokument, was üblicherweise getrennt behandelt wird: den festgestellten Zustand der Gebäudehülle (Dach, Fassaden), das tatsächliche Solarpotenzial und eine Berechnungsgrundlage für die Überlegungen zum Erneuerungsfonds.

Die Idee ist nicht, den von einer zertifizierten Fachperson erstellten GEAK Plus zu ersetzen, sondern im Vorfeld eine faktische Beobachtung des Gebäudes zu liefern — nützlich, um diesen Schritt in Ruhe vorzubereiten, oder um einen Versammlungsbeschluss zu unterstützen, der diesen Schritt noch nicht gemacht hat.

Was das für eine Versammlung konkret ändert

Statt aufgrund eines Bauchgefühls oder einer einzigen Installateur- Offerte abzustimmen, verfügen die Stockwerkeigentümer über ein Dokument, das den tatsächlichen Zustand des Dachs, eine Schätzung des Solarpotenzials und Zahlengrundlagen zur Einordnung des Projekts zusammenfasst — genug, um aus einer manchmal angespannten Diskussion einen begründeten Entscheid zu machen.

Siehe auch unseren Artikel zur Solarpflicht in der Schweiz

Zusammenfassung

Der GEAK Plus bleibt die Referenz für die offizielle energetische Beurteilung eines Gebäudes. Ein PPE-Dossier setzt im Vorfeld an, indem es die Vor-Ort-Beobachtung liefert, die eine Stockwerk- eigentümerversammlung braucht, um auf klarer Grundlage statt in Unsicherheit zu entscheiden.

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